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Autos immer stabiler - Feuerwehren müssen mithalten

 

 

 


Seitenaufprallschutz, Karrosserieverstärkung, hochwertiges Material: Autos werden immer sicherer. Was für die Insassen bessere Chancen im Falle eines Unfalls bedeutet, heißt für die Rettungskräfte: Es wird immer schwieriger, Verletzte aus Unfallautos zu befreien.
Die Freiwilligen Feuerwehren Münden, Hedemünden und Hemeln standen in diesem Jahr bereits sieben Mal vor dieser Situation. Sechs Mal mussten sie Verletzte aus deren Autos befreien, einmal einen Toten herausschneiden. Die Staufenberger haben schon fünf Mal Personen aus Unfallwagen befreit. Die Mündener Feuerwehr betreut zusammen mit Hedemünden die A 7 zwischen Lutterberg und Drammetal. Seit dem Sommer wird auch Landwehrhagen wieder mit alarmiert, wenn dort Unfälle passieren. "Die Fahrgastzellen sind sicherer geworden", sagt Mündens Ortsbrandmeister Eike Schucht. "Es sind seltener Personen eingeklemmt. Aber wenn, dann wird es richtig kompliziert."
Genauso beschreibt es Karsten Beuermann, Gemeindebrandmeister in Dransfeld. Er skizziert den Rüstungswettlauf zwischen Rettungskräften und Automobilindustrie: Je stabiler die Autos werden, desto größer und leistungsstärker muss das Gerät der Feuerwehr sein. "Dann braucht man irgendwann mehr Strom und einen größeren Generator. Schließlich ist das Feuerwehrauto zu klein, irgendwann das Gerätehaus - und dann wundern sich die Leute, wieso die Feuerwehr so ,teuer' wird."
Die Dransfelder fahren zwar keine Einsätze auf der Autobahn, sind aber in diesem Jahr schon zu einem Dutzend Verkehrsunfällen gerufen worden. Jedesmal müssen sie damit rechnen, dass Unfallopfer eingeklemmt sind. Eine optimale Ausrüstung, so Beuermann, sei eben "keine Spielerei". Sonst würde man riskieren, im Ernstfall ein Auto nicht öffnen zu können.
Von Bettina Sangerhausen